6 Ideen für einen schöneren Lockdown

Es ist soweit – der Lockdown in Deutschland ist da. Und jetzt, im Dezember 2020, trifft er uns gefühlt noch härter als im Frühjahr. Deswegen habe ich hier einige Ideen gesammelt, die dabei helfen können, den Lockdown abwechslungsreicher zu gestalten.

Postkarten vom Label considercologne mit Aufschrift
Postkarten von considercologne

I. Worte verbinden

Einsamkeit belastet. Einsamkeit ist ungesund. Einsamkeit ist aktuell unvermeidbar.

In einer Zeit, in der man sich nicht mehr spontan und unbeschwert auf einen Kaffee treffen kann, empfinde ich es als umso wichtiger, trotzdem Verbindungen aufrecht zu erhalten. Ich merke, wie ich müde werde ob der digitalen Kommunikation, auch wenn ich unfassbar dankbar bin, dass es Möglichkeiten wie Videotelefonate, das Telefonieren beim Spazieren gehen und die Möglichkeit, eine schnelle Nachricht zu tippen, gibt.

Wie wäre es mit einem handgeschriebenen Brief oder einer schönen Postkarte? So ein Geschenk führt zu einem guten Gefühl auf beiden Seiten. Sich schöne Postkarten oder Briefpapier herauszusuchen, eine Kerze anzuzünden und einer Freundin zu schreiben, fühlt sich fast an wie eine Umarmung. Die Vorfreude, wenn man das Schriftstück in den Briefkasten wirft. Und das Wissen, dass die andere Seite nichts erwartet und trotzdem etwas geschenkt bekommt, macht das Schreiben für mich zu einem Erlebnis und einem Stück Liebe.

II. Einen Buchclub gründen

Ich war schon immer eine Leseratte. Und ich kenne viele Menschen, die eine Liste an Büchern haben, die sie unbedingt einmal lesen wollen. Bücher, die zum Nachdenken anregen, während wir vielleicht auch mal genug Zeit dafür haben. Bücher, die uns unterhalten, weil wir noch mehr Schwere nicht ertragen können. Bücher, die uns Wissen vermitteln, weil wir wissen wollen, welche Faktoren zu Depressionen führen oder wie der Klimawandel aktuell funktioniert. Ich bin ehrlich. So gerne ich mir alle Bücher, die ich lesen möchte, selbst kaufen würde: das ist aktuell nicht drin. Für mich ist es hart, dass die Bibliotheken geschlossen sind.

Eine gute Lösung ist: Sich mit Freunden austauschen und sich gegenseitig Bücher zusenden. Das kostet nur das Porto, spart Platz im eigenen Bücherregal und man macht einer anderen Person eine Freude.

Dir fehlt der Austausch über das Gelesene? Ich bin seit diesem Jahr Teil eines Lesekreises und es ist sehr spannend und inspirierend, sich mit fremden Menschen über Bücher auszutauschen. Denn jedes Auge liest den Inhalt eines Buches auf eine andere Weise. Welches Buch gelesen wird, entscheiden wir demokratisch und die Treffen finden etwa einmal im Monat statt. Es ist außerdem eine Möglichkeit, mal aus der eigenen Komfortzone zu kommen und sich Büchern zu widmen, die man sonst vorher nicht gelesen hätte.

III. Vorfreude erschaffen

Mir fehlen besondere Events, Zusammenkünfte und Wettkämpfe. Mir fehlen das gemeinsame Sportmachen und Tanzworkshops, bei denen man am Ende verschwitzt und mit einem breiten Grinsen auf dem Boden liegt. Mir fehlt an manchen Tagen dieses Gefühl, über die alltäglichen Maßen hinaus lebendig zu sein. Die Kontraste. Und ich glaube, dieses Gefühl kann man virtuell nicht ersetzen. Nicht einmal ansatzweise.

Aber es hilft auch nichts, frustriert zu sein. Wenn ich merke, dass ich missmutig auf dem Sofa sitze, mache ich mir laut Musik an und tanze durch die Wohnung. Ich stell‘ mir vor, wie es sein wird, wenn wir wieder ohne Bedenken miteinander tanzen können. Freu‘ dich, auf das, was kommt! Dreh‘ die Musik auf. Kauf‘ dir die Konzerttickets und klebe sie an deine Pinnwand, die du jeden Tag siehst. Unterstütze deine Lieblingskünstler*innen mit einer Spende. Kauf‘ Merch. Hol‘ dir ein Stück Kuchen von deinem Lieblingscafé oder Kaffee von der besonderen Rösterei. Es ist wie bei allem: das Durchhalten ist einfacher, wenn du weißt, wofür du es tust. Denk‘ daran, dich zu erinnern.

IV. Abenteuer im eigenen Zuhause finden

Wenn nicht jetzt etwas Neues ausprobieren, wann dann? Und damit meine ich gar nicht die „Bananenbrot-Euphorie“, auch wenn ich gerne backe. Du kannst jetzt neue Hobbies austesten oder dich einer neuen Hautpflegeroutine widmen. Deinen Kleiderschrank ausmisten und mit nachhaltigen Teilen ergänzen. Die Freundin mal fragen, was genau sie an ihrem Hobby eigentlich gut findet. Dich über Pflanzen informieren. Die Matte ausrollen und doch mal ein Yoga-Workout ausprobieren. Es auf Instagram posten oder es lassen. Es lieben lernen oder es kacke finden. Und dich manchmal auch dazu überwinden, etwas auszuprobieren. Es lohnt sich.

Ich zum Beispiel früher nie gezockt (Sims 4 einmal ausgenommen). Und heute bin ich ein großer Fan des Spiels Dragon Age Origins. Auch wenn ich am Anfang dachte: „Das ist doch sicher nichts für mich!“, freue ich mich jetzt auf jeden Spieleabend. Dafür habe ich vom Bananenbrot eine Lebensmittelvergiftung bekommen. Manchmal verliert man, manchmal gewinnt man. Such‘ dir dein Abenteuer in deinen vier Wänden. Oder auf dem nächsten Spaziergang.

V. Für andere da sein

An manchen Tagen vermisse ich die Solidarität aus dem Frühjahr. Viel mehr Menschen wirken müde, abgekämpft, satt. Und das ist absolut verständlich. Ich glaube, dass es das Leben, vor allem in dieser Zeit, bereichern kann, anderen zu helfen. Und das muss keine groß angelegte Spendenaktion sein! Einem Kollegen oder einer Kollegin Arbeit abnehmen, weil sie parallel Zuhause ihre Kinder betreuen müssen. Für andere Menschen einkaufen gehen, wenn man sowieso schon unterwegs ist. Das Pferd im Reitstall mit versorgen, weil dessen Besitzer im Krankenhaus so viele Überstunden macht. Einen netten Kommentar unter dem neusten Foto eures Lieblingsinstagramaccounts machen. Jemanden anrufen, von dem ihr schon lange nichts mehr gehört habt. Eurem Partner oder eurer Partnerin einen Kaffee machen und frische Brötchen holen, einfach so. Es sind die kleinen Dinge und je mehr wir davon haben, umso besser können wir uns gemeinsam fühlen.

VI. Akzeptieren üben

Mir ist bewusst, dass ich auch in diesem Lockdown eine privilegierte Position innehabe: eine schöne Wohnung, einen großartigen Job und jeden Tag Kontakt zu meinem Lieblingsmenschen. Doch an manchen Tagen bin ich auch müde. Ich habe keine Lust mehr. Und dann übe ich mich im Akzeptieren. Darin, mir zu sagen, dass es okay ist, mehr zu schlafen. Nicht so viele private Projekte zu schaffen wie sonst. Wütend zu sein, ohne, dass es etwas ändert. Dass sich viele Dinge ändern können, wenn ich sie anpacke, aber auch nicht alle. Dass ich manchmal auch keine Kapazitäten habe, um etwas zu ändern. Und wenn ich das darf, darfst du das auch. Nicht jeder Tag im Lockdown muss gefüllt sein mit Kreativität, Optimismus und tollen Aktivitäten. Manche Tage dürfen auch einfach nur da sein und vorüber gehen.

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